Nacht der Chöre

Großer Andrang in der Nacht der Chöre (Foto: E. Schultjan)

Unter großer Beteiligung fand am Reformationstag, dem 31. Oktober, in der St.-Andreas-Kirche und auf dem Kirchplatz die „Nacht der Chöre“ statt. Das Publikum erfreute sich an den abwechslungsreichen Beiträgen von neun Chören, die nach eine Andacht des Superintendenten Dr. Uwe Gryczan in der Kirche Musik von Klassik bis Pop zu Gehör brachten.

Neun Chöre sorgten für großartige, musikalische Abwechslung an diesem Abend. (Foto: C. Scheele)
Querflötistin Miriam Obermeier (Foto: C. Scheele)

In der Pause sowie vor und nach dem Konzert gab es Bratwurst, belegtes Brot und Brezeln, sowie Orgelwein und andere Kaltgetränke jeweils gegen Spende für den Kirch- und Orgelbauverein. Die dort ausgelegten, frisch gedruckten Flyer informierten zudem die Besucher über die Hintergründe unseres Vereins.

Der Orgelweinausschank war sehr erfolgreich und machte sichtlich Spaß. Von links: Eyke Blöbaum, Friedrich Föst, Dr. Peter und Dr. Sabine Groß (Foto: E. Schultjan)

Zusammen mit der Musik vom Posaunenchor und einer Jazz-Combo stellte sich eine schöne, fröhliche Atmosphäre ein, die die Kälte vergessen ließ und sicher auch Martin Luther gefallen hätte, wie eine Besucherin anmerkte.

Posaunenchor (Foto: E. Schultjan)

Weiteres können Sie hier aus dem Westfalen-Blatt nachlesen: ein sehr schöner Artikel mit Link zu vielen Fotos!

Ina Härtel

2019 Bielefeld

Im Rahmen des Lübbecker Orgelsommers 2019 führte die erste Tour im August nach Bielefeld.

Neustädter Marienkirche

Hier gibt es in der Neustädter Marienkirche seit 2017 ein neues Instrument des derzeit sehr gefragten Orgelbauers Eule aus Bautzen mit 46 Registern auf drei Manualen und Pedal. Zwanzig Jahre hat die Gemeinde diese Orgel im romantischen Klangbild geplant und dafür Geld gesammelt und kann nun stolz auf ein Instrument blicken, das in der Fachwelt großes Aufsehen erregt hat.

Altstäder Nicolaikirche

Seit 1965 zieht die ebenfalls dreimanualige Beckerath-Orgel der Altstädter Nicolaikirche internationale Solisten an, die hier gerne konzertieren. Daneben besitzt diese Kirche noch eine zweimanualige Orgel mit elf Registern, die sich auf einer Empore rechts des Chorraums befindet.

Jodokuskirche

Erst vor neun Jahren wurde die 1974 vom Osnabrücker Orgelbauer Kreienbrink in der St. Jodokuskirche erbaute Orgel grundlegend renoviert. Ihre 42 Register erklingen seitdem in neuem Glanz.

Bartholomäus-Kirche in Brackwede

Einem großen Kirchenbrand verdankt die von Rowan West 1994 für die Bartholomäus-Kirche in Brackwede erbaute Orgel ihre Entstehung. Die Zahlungen der Versicherung ermöglichten es damals ein dreimanualiges Instrument in Anlehnung an die barocke Patroclus Möller-Orgel in Marienenmünster zu errichten. Es erklingt seit dem regelmäßig in Konzerten und im Rundfunk.

Ideenwettbewerb 2017

Tolle Vorschläge für unsere neue Orgel

Im Juni 2017 wurden 6 Orgelbaufirmen eingeladen, an unserem Ideenwettbewerb teilzunehmen. Einzig zwingende Vorgabe ist die Verwendung des historischen Prospekts. Die Vorschläge sollten enthalten:

  • Ideen zur Disposition, zur technischen Realisierung und zum Aufstellungsort
  • Angaben zur Verwendung des vorhandenen alten Pfeifenmaterials
  • Ideen für eine Gestaltung eines zweiten Spieltisches und die technische Realisierung eines zweiten Spieltisches
  • Angaben zu den zu erwartenden Kosten

Eine Kommission (Orgelsachverständige der Evangelischen Kirche von Westfalen, Herr Dr. Tacke, der Kantor Ioci und Kreiskantor Heinz-Hermann Grube, Vertreter des Orgelbauvereins und der Kirchengemeinde) wird im Februar 2018 drei Preise ausloben:

  1. Preis: 5.000 Euro
  2. Preis: 3.000 Euro
  3. Preis: 2.000 Euro

Für nicht prämierte Vorschläge wird eine Aufwandsentschädigung in der Höhe von jeweils 500 Euro gezahlt.

Warum eine neue Orgel?

Warum gibt es einen „Orgelbauverein Lübbecke e.V.“ und warum möchten wir Sie einladen uns zu unterstützen?                                                                                                                                              

Orgeln sind klangliches Herzstück jeder Kirche. Mit der Vielfalt ihrer Klangfarben lobt die christliche Gemeinde, die sich in der Kirche versammelt, den Schöpfer der Welt. Sie entwickeln eine Faszination über die Kirchenmauern hinaus. Sie künden von der Lebenskraft einer Stadt und einer ganzen Region und setzen ein über Jahrhunderte gültiges Kulturzeichen für die Nachwelt. 

Unsere St. Andreas-Kirche in Lübbecke ist ein bedeutendes Baudenkmal aus dem 12. Jahrhundert. Sie besitzt aus der Zeit um 1635 ein wichtiges Zeugnis norddeutscher Orgelbaukunst: das nach heutiger Kenntnis einzige erhaltene Orgelgehäuse des Orgelbauers Cordt Kröger, im 17. Jahrhundert Begründer einer der bedeutendsten Orgelbauwerkstätten Norddeutschlands. Seinen Einfluss und den Technologie-Transfer können wir heute in direkter Linie bis hin zu Arp Schnitger verfolgen, der die norddeutsche Orgelbaukunst der Barock-Zeit zur Vollendung führte.

Um die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lübbecke bei der Instandhaltung der Orgel und bei einem Orgelneubau zu unterstützen hat sich der Orgelbauverein Lübbecke e.V. gegründet

Aktuell ist unser großes Projekt der Neubau eines größeren neuen Orgelwerkes in dem historisch bedeutenden Orgelgehäuse aus der Zeit um 1635.

Wir möchten mithelfen, dass ein für die Region bedeutsames Instrument hinsichtlich Größe, Qualität und Möglichkeit einer großen Vielfalt der Orgelliteratur entsteht, um Konzertante Orgelmusik als weiteren kulturellen Schwerpunkt und als Attraktion für die Region des Lübbecker Landes am Wiehengebirge zu erschließen. Mit der neuen Orgel soll in der St. Andreas-Kirche zugleich ein Ausbildungsschwerpunkt entstehen, mit dem die Kirchenmusik im Kirchenkreis selbst und – darüber hinaus auch weiträumig – der Organisten-Nachwuchs gefördert werden kann.

Die letzten Reparaturen 1992 und 2010 am bestehenden Orgelwerk von 1961/82 haben deutliche konstruktive und klangliche Mängel hervortreten lassen: es ist heute kein angemessenes Instrument, das der kulturellen Bedeutung der St. Andreas-Kirche und der Region Lübbecke mit ihrer kirchenmusikalischen Tradition entspricht. Nach Ansicht der Fachleute sind seine technischen und klanglichen Möglichkeiten für ein breites Spektrum der Orgelmusik sehr begrenzt. Daher fiel die Entscheidung, nicht weiter nachzubessern, sondern die Mittel gleich sinnvoll in einen Neubau zu investieren.

Wenn Sie mehr zur Geschichte der Orgel wissen möchten

Wenn Sie uns durch eine Mitgliedschaft unterstützten möchten

Wenn Sie uns durch eine Spende unterstützen möchten

Orgelwein

Wir verkaufen den Wein bei Orgelkonzerten und sonstigen Anlässen als Ausschank gegen Spende und flaschenweise für 12,– Euro / Flasche.

Deutscher Prädikatswein vom Weingut Bärenhof (Ungstein/Pfalz):
Grauer Burgunder trocken
Spätburgunder Rotwein trocken

2014 Orgelbaufirma Speith

2014: Besichtigung der Orgelbaufirma Speith (Inh. Ralf Müller) in Rietberg

Am 7. Juni 2014 machten sich 25 Orgelbaufreunde aus Lübbecke auf den Weg nach Rietberg zur Orgelbaufirma Speith
(www. speith-orgelbau.de). In Rietberg angekommen begrüßte uns der Inhaber Ralf Müller und zeigte uns die Räumlichkeiten, in denen seit 1848 bis heute Orgeln produziert werden. Er erzählte uns die Geschichte seines Familienunternehmens, das er in der fünften Generation weiterführt. Die verschiedenen Werkstätten und Fertigungsräume wurden besichtigt, wobei Ralf Müller die einzelnen Bauphasen einer Orgel zeigte.

Orgelpfeifen in Arbeit


Es stellte sich heraus, dass ein Orgelbauer unzählige Berufe bei seiner Arbeit gleichzeitig ausüben muss: Tischler, Physiker, Musiker und Künstler. Unzählige Werkzeuge, Pfeifen, Mechaniken, Fertigungstechniken und Materialien konnten wir sehen, fühlen und hören. Vom Zahnstocher bis zum meterlangen Pfeifenrohling wird hier alles verbaut.  
An mancher Pfeife muss Ralf Müller mehrere Tage arbeiten, bis er den genauen Klang hat, passend zur Akustik der jeweiligen Kirche. Erstaunlich dabei ist, dass diese großen Instrumente in verhältnismäßig kleinen Räumen hergestellt werden. Aber auch hier weiß Ralf Müller sich zu helfen: er setzt die Einzelteile zu größeren Orgelsegmenten zusammen, die er einzeln auf Klang und Funktionalität prüft und anschließend wieder abbaut. Erst in der Kirche setzt er alle Segmente zu einem Gesamtwerk zusammen. Oft arbeitet er beim Intonieren einer Orgel in der Nacht, da er dann von keinem Geräusch von außen gestört wird. Anschließend gab es eine kleine Vorführung an der vor kurzem restaurierten Orgel in der Klosterkirche Sankt Katharina in Rietberg (http://klosterlandschaft-owl.de/klosterorte/rietberg-klosterkirche-st-katharina).

Zum Abschluss aßen wir in einem gemütlichen Lokal in der Altstadt zu Mittag, ehe es am Nachmittag wieder nach Lübbecke ging.

Firmeninhaber Ralf Müller in seinem Element
Orgel in der Klosterkirche St. Katharina in Rietberg
Heinz-Hermann Grube an der vor kurzem restaurierten Orgel in der Klosterkirche St. Katharina in Rietberg

2015 Borgentreich

2015: Das berühmte Orgelmuseum in Borgentreich

Die Stadt Borgentreich liegt in der Warburger Börde zwischen Eggegebirge und Weser und ist bekannt für ihr großes Orgelmuseum. Nicht umsonst spricht man gerne von der “Orgelstadt”.

Orgelmuseum in Borgentreich

Das Orgelmuseum in Borgentreich war das Ziel der Freunde des Orgelbauvereins Lübbecke beim Ausflug im Jahr 2015.

Fragen, wie zum Beispiel eine Pfeifenorgel aufgebaut ist, wie sie hergestellt wird und wie einzelne Pfeifen eigentlich funktionieren, wurden dort sehr unterhaltsam und selbst für Laien sehr verständlich anhand von Modellen, Pfeifen und Werkzeugen beantwortet. Insgesamt war die Führung hochinteressant und brachte viele neue Einblicke in den Bau von Orgeln.

Zum Abschluss wurde uns die Orgel der Pfarrkirche St. Johann Baptist gezeigt. Sie ist die größte Barockorgel Westfalens und hat einen umfangreichen historischen Pfeifenbestand. Mit ihren sechs doppelten Springladen ist sie die weltweit größte erhaltene doppelte Springladenorgel.

Die größte Barockorgel Westfalens in der Pfarrkirche St. Johann Baptist
Ein tolles Klangerlebnis an dieser Orgel

2016 Hamburg

Die Orgeln in St. Jacobi und St. Petri

(von links) Simon Obermeier, Heinz-Hermann Grube und Lukas Henke in St. Petri

Heinz-Hermann Grube und Simon Obermeier organisierten uns einen sehr interessanten Ausflug nach Hamburg im Mai 2016. Am späten Vormittag mit dem Bus in der Hansestadt angekommen, führte uns Lukas Henke nach einer kleinen Kaffeepause durch St. Petri. Sie ist eine der Hauptkirchen in Hamburg mit einer sehr modernen Orgel.

Orgel in St. Petri Lukas Henke an der Orgel
Modell der Kirche St. Petri Orgelpfeifen
Fenster in St. Jacobi

Am Nachmittag wurde uns u.a. die berühmte Orgel der Hauptkirche Sankt Jacobi gezeigt. Sie wurde in der Zeit von 1698 bis 1693 von Arp Schnitger erbaut und verfügt über vier Manuale, ein Pedal und 60 Registern. Insgesamt wurden an der Orgel zwischen ihrer Erbauung und der teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Restaurierungen vorgenommen, der eigentliche schnitgersche Bestand jedoch blieb vor tiefgreifenden Eingriffen verschont. Sie zählt heute zu den bedeutendsten erhaltenen großen Barockorgeln.

Arp Schnitger Orgel in St. Jacobi Registerknöpfe
Die Arp-Schnitger-Orgel mit ihren vier Manualen und 60 Registern.

Wer wollte, durfte abschließend noch auf den Turm von St. Jacobi gehen, ehe der Bus uns wieder zurück nach Lübbecke brachte.

Ein kurzer Blick zur Elbphilharmonie

2017 Marienmünster und Lemgo

Barocke Pracht und filigranes Vogelnest

Orgelfreunde aus Lübbecke und Espelkamp unterwegs zu zwei besonderen Instrumenten

Auch in diesem Jahr machte sich auf Einladung des Lübbecker Orgelbauvereins und des Orgelfördervereins Espelkamp eine Gruppe von ca. 25 Musikinteressierten auf, um die westfälisch-lippische Orgellandschaft zu erkunden.

Ihre erste Station war die Abtei Marienmünster im Kreis Höxter. Dort hieß Hans Hermann Jansen (Gesellschaft der Musikfreunde der Abtei Marienmünster) die Teilnehmer im erst kürzlich neu entstandenen Besucherzentrum willkommen und führte sie zunächst mit Hilfe einer multimedialen Präsentation in die Geschichte der Abtei und ihrer Orgel ein. Das Kloster, das im 13. Jahrhundert vom Benediktinerorden gegründet wurde, erfuhr im 30jährigen Krieg weitreichende Zerstörungen. Im Rahmen des Wiederaufbaus entstand auch der Wunsch nach einer neuen Orgel. Diese wurde 1679 vom Höxteraner Orgelbauer Andreas Schneider errichtet, jedoch schon wenige Jahrzehnte später abgebaut und 1737 an das Kloster in Gehrden verkauft. Marienmünster erhielt bald darauf ein Instrument des Lippstädter Orgelbauers Johann Patroclus Möller, der heute leider, so erklärte Jansen, etwas in Vergessenheit geraten ist, zumal zwei seiner bedeutendsten Werke, die Orgeln im Paderborner und Münsteraner Dom, dem Bombenhagel des 2. Weltkrieges zum Opfer fielen. Umso erfreulicher ist es, dass die Orgel in Marienmünster erhalten und nach einer wechselvollen Stil- und Baugeschichte vor einigen Jahren in einen dem Ursprung entsprechenden Zustand zurückversetzt werden konnte.

Johann Patroclus Möller- Orgel in der Abteikirche Marienmünster. Foto: Christoph Heuer (Espelkamp)

Nach dieser Einführung begab sich die Gruppe in die Abteikirche. Dort erklärte Hans Hermann Jansen den staunenden Besuchern zunächst die barocke Ausgestaltung des Gotteshauses, bevor er zum eigentlichen Gegenstand seiner Führung kam, der prächtigen Johann-Patroclus-Möller-Orgel. Die Orgelfreunde erfuhren, dass das Instrument 42 Register aufweist, die aufgeteilt auf Haupt- und Brustwerk sowie das Rückpositiv mit drei Manualen und dem Pedal spielbar sind. Aufgrund ihrer Klangschönheit und Einmaligkeit wird die Orgel häufig von namhaften Künstlern für Tonaufnahmen genutzt. Um den optimalen Klang zu erzielen, müsse der Organist beim Registrieren viel Fingerspitzengefühl beweisen und die Register wie Gewürze beim Zubereiten einer guten Speise fein und in Maßen aufeinander abstimmen, so Jansen weiter, dessen Begeisterung für das Instrument schnell auf die Teilnehmer der Führung übersprang. An einigen Beispielen demonstrierte der Musiker den Klang verschiedener Register, einzeln und im Zusammenspiel, bevor die Besucher in Kleingruppen die Orgel auf der Empore aus der Nähe betrachten und Fragen dazu stellen konnten. Ein musikalischer Beitrag von Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer, ehemaliger Lübbecker und Mitglied des Orgelbauvereins, rundete das Besuchsprogramm in Marienmünster ab. Mit dem Werk eines französischen Komponisten schlug er gleichsam eine Brücke über den französischen Orgelbauer, der 2012 die letzte Restaurierung der Orgel durchgeführt hat, zur europäischen Bedeutung des Instruments.

Schwalbennestorgel in der Marienkirche in Lemgo Foto: Christoph Heuer (Espelkamp)

Nach dem Mittagessen im Klosterkrug, das viel Gelegenheit zum Austausch über das Gesehene und Gehörte bot, ging es weiter zur Lemgoer Marienkirche, der zweiten Station der Exkursion. Dort begrüßte Kantor Volker Jänig die Besucher und stellte ihnen die sogenannte Schwalbennestorgel vor. Das in luftiger Höhe an der Turmwand befindliche Instrument, dessen Prospekt durch feingliedrige Holzschnitzereien geprägt ist, wurde im 16. Jahrhundert vom niederländischen Orgelbauer Georg Slegel erbaut. Später erfolgten mehrfach Restaurierungs- und Umbauarbeiten, u.a. zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch den Hamburger Orgelbauer Fritz Scherer, bis das Instrument schließlich im 19. Jahrhundert stillgelegt wurde. Das Orgelspiel in der Marienkirche erfolgte fortan auf einer auf der Westempore neu errichteten Orgel. Das alte Instrument behielt lediglich seine Prospektpfeifen und wurde nach dem 1. Weltkrieg zur „Heldenorgel“ umgewidmet, indem die Namen der gefallenen Lemgoer auf Holztafeln am Orgelgehäuse angebracht wurden. Dies rettete der Königin der Instrumente vermutlich das Leben, so Volker Jänig. Erst langsam erkannte man den Wert der Orgel, bis sie schließlich zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch den Orgelbauer Rowan West in einen historischen Zustand zurückgebaut wurde. Wie Kantor Jänig weiter erklärte, weist das Instrument eine sogenannte mitteltönige Stimmung auf, wie sie in der Zeit der Renaissance üblich war. Dies führt dazu, dass nicht alle Tonarten auf der Schwalbennestorgel spielbar sind und daher überwiegend nur Renaissancemusik ohne Tonartenwechsel hierauf zum Klingen gebracht werden kann. Darüber hinaus ist die Orgel höher gestimmt als heutige Instrumente. Für ein Zusammenspiel im Rahmen der Pflege der Renaissancemusik in Lemgo wurden aus diesem Grund extra passende Blasinstrumente (z.B. Posaunen und Blockflöten) gebaut, erzählte Kantor Volker Jänig. Im Folgenden führte er den Klang der Schwalbennestorgel u.a. anhand eines Werkes des norddeutschen Komponisten Johann Pieterson Sweelinck vor und lud schließlich die Besucher zum Mitsingen des Liedes „Schmückt das Fest mit Maien“ ein. Dabei demonstrierte er in der Begleitung die unterschiedlichen Klangfarben der Orgel. Anschließend konnten die Gäste aus dem Lübbecker Land sich auch dieses Instrument aus der Nähe ansehen und erfuhren hierbei noch einiges Interessantes zu dessen Aufbau.

Wieder in Lübbecke angekommen bedankten sich die Teilnehmer bei Kreiskantor Heinz-Hermann Grube, der die Orgelfahrt organisiert hatte. Alle waren sich schließlich einig: Eine solche Fahrt sollte im nächsten Jahr unbedingt wieder angeboten werden!

Ina Härtel