CD „Virtuose Orgelwerke“

Karl-Jürgen Kemmelmeyer ist in Lübbecke aufgewachsen, hat hier die Grundlagen des Orgelspiels erlernt und ist seither der St.-Andreas-Kirche eng verbunden. Nun hat er uns einige Exemplare seiner CD „History Live. Virtuose Orgelwerke aus vier Jahrhunderten“ zum Verkauf überlassen. Zu hören sind sechs virtuose Orgelwerke aus vier Jahrhunderten unter anderem von Bach, Scarlatti, Mozart und Messiaen. Die Aufnahmen sind zugleich ein wertvolles geschichtliches Dokument: Kemmelmeyer war in den Jahren um 1970 als Konzertorganist in Europa und in den USA unterwegs. Aus dieser Zeit stammen auch die Aufnahmen der CD. Sie sind in einem aufwändigen Verfahren heutigen Ansprüchen und Hörgewohnheiten angepasst. Der Tonträger verspricht nicht zuletzt durch die abwechslungsreiche Auswahl des Repertoires einen großen Hörgenuss und das einmalige Erlebnis historischer Aufnahmen. Die CD ist ab sofort zum Preis von 20 Euro in der Bücherstube oder im Gemeindebüro der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lübbecke (Tel.: 05741/5552) erhältlich. Der Verkaufserlös kommt dem Kirch- und Orgelbauverein Lübbecke zugute.

Eine Europareise nach Hannover

Orgelexkursion in die niedersächsische Landeshauptstadt

Vielfalt, genauer: europäische Vielfalt war das Motto der Orgelfahrt, die Anfang September ca. 15 Orgelinteressierte nach Hannover führte. Eingeladen hatten wie in den vergangenen Jahren der Lübbecker Kirch- und Orgelbauverein und die Orgelfreunde aus Espelkamp. Vor Ort wurde die Gruppe zunächst von Karl-Jürgen Kemmelmeyer begrüßt. Der emeritierte Musikprofessor und Ehrenvorsitzende des Lübbecker Vereins freute sich, den Besuchern die bedeutende und vielseitige Orgellandschaft der Stadt, die den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025 anstrebt, mit einem abwechslungsreichen Programm näherbringen zu können.

Italienische Orgel in der Marktkirche

Erste Station der musikalischen Reise war die Marktkirche, die Bischofskirche der Hannoveraner. Hier übernahm Stadtorganist Ulfert Smidt die Führung der Gäste aus dem Lübbecker Land und stellte ihnen als erstes die italienische Orgel vor. Das um 1780 erbaute Instrument befindet sich seit 2003 in der Marktkirche und besitzt sieben Register, darunter die „Voce umana“, die den Klang der menschlichen Stimme nachahmt. Trotz seiner eher geringen Größe beeindruckt es durch einen vollen Klang. Smidt verdeutlichte diesen durch Werke zweier italienischer Komponisten. Einen besonderen Effekt erzielte er am Schluss durch den Einsatz des „usignolos“, bei dem durch kleine Pfeifchen Wasser in Schwingungen versetzt wird. Auf diese Weise werden Töne erzeugt, die an Vogelgezwitscher erinnern.

Große Orgel in der Marktkirche

Nach der „italienischen Prinzessin“ stellte der Organist der Besuchergruppe die Königin der Marktkirche in Gestalt der Großen Orgel vor. Deren Werk wurde im Jahr 2009 von der schweizerischen Firma Goll (Luzern) in ein ganz im Stil seiner Zeit (Baujahr 1954) gehaltenes, imposantes denkmalgeschütztes Gehäuse eingebaut. Die stilistisch vielfältigen Möglichkeiten des Instruments stellte Smidt den beeindruckten Zuhörern mit ganz unterschiedlichen Werken aus verschiedenen Epochen und europäischen Regionen vor. Neben Kompositionen von Jan Pieterszoon Swelinck (Niederlande) und Dietrich Buxtehude (Deutschland) erklang „L‘Apparition de l’Église éternelle“ des französischen Komponisten Olivier Messiaen. Vor allem die chromatische aufsteigende Stimmführung und der Einsatz des Schwellwerkes ließen hier den Eindruck einer gotischen Kathedrale vor dem inneren Auge der Zuhörer entstehen. Den Abschluss der Darbietung bildeten Präludium und Fuge über das Motiv B-A-C-H des österreichisch-ungarischen Komponisten Franz Liszt, die der Jungstudent Perry Kufferath auf beeindruckende Weise zu Gehör brachte.

Spanische Orgel in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis
Bach-Orgel in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis

Gestärkt durch Pizza und Pasta ging es für die Besucher weiter zur Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis, wo es die Spanische Orgel und die Neue Bach-Orgel zu erkunden galt. Die Spanische Orgel wurde 2001 von Patrick Collon (Belgien) nach barocken spanischen Orgelbauprinzipien errichtet. Eine allein schon optische Besonderheit stellen die Horizontalpfeifen (Trompeten) dar. Smidt verdeutlichte die Klangpracht der barocken spanischen Orgelmusik mit drei abwechslungsreichen Kompositionen. Die Neue Bach Orgel wurde im Jahr 2019 durch die belgische Werkstatt Manufacture d’orgues Dominique Thomas (Stavelot) gebaut. Sie weist Elemente eines süd- und mitteldeutschen Orgelbaustils auf und wurde von Ulfert Smidt mit Werken von Bruhns und Johann Sebastian Bach vorgeführt.

Englische Orgel in der Nazareth-Kirche

Abschließender Halt der Reise war die Nazareth-Kirche in der Hannoveraner Südstadt, wo den ostwestfälischen Orgelinteressierten mit der Englischen Orgel ein Einblick in die britische Orgelbaukunst geboten wurde. Ursprünglich befand sich das 1902 gebaute Instrument, wie Organist Oliver Kluge erläuterte, in der Christ Church in Llandudno/Wales. Im Jahr 2018 gelangte es, zunächst für die St. Johannis-Kirche gedacht, nach Hannover und ersetzt nun die stark reparaturbedürftige Schuke-Orgel in der Nazareth-Kirche. Während Orgeln in England ursprünglich als Konzertinstrumente eingesetzt wurden und dabei oft einen Ersatz für ein ganzes Orchester bildeten, kamen sie erst spät im gottesdienstlichen Rahmen zum Erklingen. Charakteristisch für den englischen Orgelbau sind daher, so Kluge, die ökonomische Disposition und ein sogenanntes Chormanual, das besonders für die Begleitung des Gemeindegesangs im Gottesdienst eine Rolle spielt. Das Pedal hielt als Element des europäischen Kontinents erst spät Einzug in die Orgelkonzeption auf der Insel. Nach der Vorführung verschiedener Register stellte Kluge das Instrument der Besuchergruppe u.a. mit einer Komposition (2. Orgelsonate) von Felix Mendelssohn Bartholdy vor.

Voller neuer musikalischer Eindrücke aus der „Orgelstadt“ Hannover machte sich die Gruppe auf den Heimweg von der Leine an den Wiehen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedankten sich bei Kantor Heinz-Hermann Grube, der die Fahrt organisiert hatte, und freuen sich schon auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.

Ina Härtel

Entwurf zur Sanierung der St.-Andreas-Kirche

Die Kirchengemeinde suchte im Jahr 2018 unter Beteiligung der Landeskirche einen geeigneten Planer. In einem mehrstufigen Verfahren entschied man sich aus einer Anzahl von zunächst 6 Bewerbern letztlich für das Büro „soan“ aus Bochum (www.soan-architekten.de). Dieses ist bundesweit laufend genau mit solchen Verfahren, wie hier eines ansteht, beauftragt und verfügt über eine beeindruckende Liste von Referenzen. Auch hier in der Region, wie etwa: Christuskirche Ibbenbüren, St. Marien in Herford oder Neustädter Marienkirche in Bielefeld.

Plan für Gottesdienst
Plan für Konzert

Die Jahre 2019 und 2020 wurden genutzt, um zunächst alle für ein komplexes Sanierungsvorhaben nötigen Grundlagen zu ermitteln. Statiker, Geologen, Akustiker, Baubiologen, Vermesser und Archäologen wurden tätig und erstellten Gutachten. Parallel wurden Überlegungen zur Gestaltung des nach der kompletten Sanierung von Wänden und Boden völlig freien Kirchenschiffes angestellt, in einer vom Presbyterium eingesetzten Steuerungsgruppe diskutiert, teils verworfen, neu formuliert und so zu einem ersten Entwurf verdichtet.

Plan zur Beseitigung des Feuchtigkeitsproblems

Der ca. 750 m² große Innenraum der Kirche soll danach (natürlich!) dem Gottesdienst, aber auch der Musik und darüber hinaus durchaus auch anderen kulturellen und sozialen Funktionen dienen. Es müssen Belange des Denkmalschutzes ebenso berücksichtigt werden, wie auch die langfristige Wirtschaftlichkeit in der Unterhaltung und im Betrieb.

Im Spätsommer 2020 wurde das Ergebnis in mehreren Schritten zunächst dem Presbyterium und dann auch der Öffentlichkeit in Gemeindeversammlungen präsentiert. Die Planer haben zunächst vorgeschlagen, in Fortsetzung des Programms der letzten großen Umgestaltung in den frühen 1960er Jahren den romanischen Kern der Kreuzkirche (ca. 1180) noch stärker in den Vordergrund zu rücken. Das soll in erster Linie durch eine einheitliche Gestaltung der Bodenflächen des Grundrisses  dieser Zeit, z.B. mit Terrazzo, geschehen. Dem gegenüber sollen die gotischen Erweiterungsflügel von 1350 im Süden und Norden mit Holzböden markiert werden.

Blick zum Altarraum
Seitenansicht: rechts Aufgang zur Kanzel, links Altarraum

In der Längsachse des kreuzförmigen Grundrisses soll ein theologisch begründetes Programm erkennbar gemacht werden. Von Osten her gedacht erscheint dort zunächst das alte Viernagel-Kruzifix mit der Figur des  Christus als dem Sieger über den Tod. Erkennbar an der Königskrone und präsent in der Höhe des Raumes. Von ihm geht alles aus, kommt alles her. Dieser Christus soll von seiner derzeitigen Position deutlich näher an die Gemeinde heranrücken.

Gottesdienst

Etwas vor ihm, mittig eingefügt in die Treppe zum Chor soll ein „Ort des Wortes“ entstehen. Hier würde die aufgeschlagene Bibel, prägend für protestantische Kirchenräume, in einer umschließenden, nach vorn offenen Struktur aufbewahrt werden. Weiter nach Westen schließt sich hier, gleichhoch mit  der untersten Stufe, eine längliche Erhöhung der Achse in ca. 1,40 m Breite an.

Sie reicht bis zum zukünftigen Altar, dem Ort des Herrenmahls, der im Schnittpunkt des Vierungsquadrates vorgesehen ist. Seitlich am Pfeiler nach Norden wird das Abendmahlsrelief, hier wie auch in Soest westfälisch mit Spanferkel, auf einem Schrein, der die liturgischen Geräte aufnimmt, seinen Platz erhalten. Zum Abendmahl versammelt sich die Gemeinde barrierefrei in einem Dreiviertelkreis in der Vierung um den Altar.

Aus den bisherigen Bänken werden Blöcke geformt. Diese bieten links, rechts und vor der Erhöhung und dem Altar ca. 135 Sitzplätze für die Gottesdienstgemeinde. Die Sichtbeziehungen sind dabei so gewählt, das von jedem dieser Plätze aus alle liturgischen Handlungen, Lesungen und die Predigt gut verfolgt werden können. Nur für größere Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen kann das Angebot an Sitzplätzen durch Zubestuhlung um weitere ca. 500 ergänzt werden Mit dann ca. 650 Plätzen wird so knapp die bisherige Kapazität wieder erreicht.

Vogelperspektive

Im Schnittpunkt der romanischen Längsachse mit der Linie zwischen den beiden Haupteingängen von St. Andreas kann dann der Taufstein seinen zukünftigen Platz finden. Ankommende Kirchenbesucher werden durch seine zentrale Stellung regelmäßig an die eigene Taufe und die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinde erinnert. Tauffeiern könnten dann in der Weise stattfinden, daß sich nicht nur die Tauffamilien sondern mit ihnen die gesamte Gottesdienstgemeinde in konzentrischen Kreisen um den Taufstein versammelt.

Die für evangelische Christen bedeutsamen Grundlagen Ihres Glaubens, nämlich Christus (solus Christus), das Wort in der heiligen Schrift (sola scriptura) sind somit in einer Linie mit den beiden von Christus gestifteten Sakramenten, nämlich Abendmahl und Taufe im Raum materiell ablesbar.

Der bisherige Altarraum, die Apsis von St. Andreas mit geradem Chorabschluß, früher dem Hochaltar und ab 1295 dem Kollegialstift St. Andreas vorbehalten, soll komplett freigestellt werden und so zukünftig in erster Linie der Musik von Chören und Orchestern dienen.

Grundriss „Raum der Stille“

Es verbleibt dann noch ganz im Westen der Kirche der kleine Raum im Turm. Derzeit wird er nicht wirklich genutzt und dient der Lagerung von Gegenständen. Hier sieht der Entwurf einen „Raum der Stille“ vor. Der kann zur persönlichen stillen Andacht ebenso genutzt werden wie z.B. für Tageszeitgebete, Taizèandachten oder Formate, wie sie jungen Gemeindemitgliedern z.B. aus dem CVJM wichtig sind. Er bleibt ganz flexibel und ist grundsätzlich auch weiter von außen erreichbar. Zum Kirchenschiff werden zwei gläserne Flügeltüren vorgeschlagen, so daß auch z.B. Eltern mit Kindern von hier dem Gottesdienst folgen können.

Raum der Stille

Die vorliegenden Planungen und Entwürfe skizzieren zunächst ein Konzept. Die genaue Gestaltung von einzelnen, teilweise ja stark prägenden Elementen und Prinzipalstücken bleibt späteren Schritten und zwischengeschalteten Diskussionen vorbehalten. Das gilt auch für Farb- und Beleuchtungskonzepte sowie die einzusetzenden Materialien und ihre Bearbeitung.

Gegenwärtig wird mit einem finanziellen Volumen von rd. 2.500.000,00 € für das in wahrscheinlich 2 Abschnitte zu gliedernde Gesamtprojekt gerechnet. 75 – 80 % davon entfallen auf die eigentliche baulich-technische Sanierung, der Rest auf die Gestaltung und Ausstattung.

Ehrung von Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer

Der 1. Vorsitzende Friedrich Föst übergibt die Urkunde zum Ehrenvorsitzenden des Kirch- und Orgelbauvereins Lübbecke e.V. an Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer. (Quelle: P. Götz, Westfalen-Blatt)

Der in Lübbecke aufgewachsene Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer wird aufgrund seiner außergewöhnlichen Verdienste für den Kirch- und Orgelbauverein in der Jahreshauptversammlung im Juni 2020 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Jahreshauptversammlung 2020

Von links: Friedrich Föst (1. Vorsitzender), Heinz-Hermann Grube (Kantor), Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer (Ehrenvorsitzender), Dr. Peter Groß (2. Vorsitzender), Ina Härtel (Schriftführerin) und Eyke Blöbaum (Schatzmeister). (Quelle: P. Götz, Westfalen-Blatt)

Am 23. Juni 2020 fand die Jahreshauptversammlung unter entsprechenden hygienischen Bedingungen statt. Folgende Themen wurde dabei gesprochen:

  • Nach Erläuterung und Abstimmung Änderung des Vereinsnamens und Erweitung des Vereinszwecks: der Orgelbauverein Lübbecke e.V. erweiterte seine Tätigkeit und wurde in Kirch- und Orgelbauverein Lübbecke e.V. umbenannt.
  • Vorstandswahlen und Ehrung von Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer: aufgrund seiner großen Verdienste für den Verein wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zur neuen Kassenprüferin neben Dr. Ulrike Schäfer wird Ina Klein gewählt.
  • Bericht des Vorstands zu den Exkursionen nach Bielefeld und Ostfriesland vergangenen Jahres.
  • Orgelweinverkauf beim Orgelsommer und Nacht der Chöre; dabei Verteilung der neuen Flyer
  • Erste Großspenden kamen auf das Konto des Vereins. Im November 2019 konnten erstmals 100.000 Euro zweckgebunden für den Orgelbau an die Kirchengemeinde überwiesen werden. Aktuell sind ca. 20.000 Euro auf dem Konto des Kirch- und Orgelbauvereins, zweckgebunden für den Orgelbau. Alle zukünftigen Spenden sind zweckgebunden für den Kirch- und Orgelbau.

Ausblick:

Konzerte

  • 28. Juni (H.-H. Grube); Orgelsommer
  • 26. Juli (S. Obermeier aus Hamburg); Orgelsommer
  • 9. August (B. Méhes aus Ungarn); Orgelsommer
  • 11. Dezember Benefizkonzert des Schützenmusikcorps

Orgelexkursion

  • 5. September nach Hannover

Nacht der Chöre

Großer Andrang in der Nacht der Chöre (Foto: E. Schultjan)

Unter großer Beteiligung fand am Reformationstag, dem 31. Oktober, in der St.-Andreas-Kirche und auf dem Kirchplatz die „Nacht der Chöre“ statt. Das Publikum erfreute sich an den abwechslungsreichen Beiträgen von neun Chören, die nach eine Andacht des Superintendenten Dr. Uwe Gryczan in der Kirche Musik von Klassik bis Pop zu Gehör brachten.

Neun Chöre sorgten für großartige, musikalische Abwechslung an diesem Abend. (Foto: C. Scheele)
Querflötistin Miriam Obermeier (Foto: C. Scheele)

In der Pause sowie vor und nach dem Konzert gab es Bratwurst, belegtes Brot und Brezeln, sowie Orgelwein und andere Kaltgetränke jeweils gegen Spende für den Kirch- und Orgelbauverein. Die dort ausgelegten, frisch gedruckten Flyer informierten zudem die Besucher über die Hintergründe unseres Vereins.

Der Orgelweinausschank war sehr erfolgreich und machte sichtlich Spaß. Von links: Eyke Blöbaum, Friedrich Föst, Dr. Peter und Dr. Sabine Groß (Foto: E. Schultjan)

Zusammen mit der Musik vom Posaunenchor und einer Jazz-Combo stellte sich eine schöne, fröhliche Atmosphäre ein, die die Kälte vergessen ließ und sicher auch Martin Luther gefallen hätte, wie eine Besucherin anmerkte.

Posaunenchor (Foto: E. Schultjan)

Weiteres können Sie hier aus dem Westfalen-Blatt nachlesen: ein sehr schöner Artikel mit Link zu vielen Fotos!

Ina Härtel

2019 Bielefeld

Im Rahmen des Lübbecker Orgelsommers 2019 führte die erste Tour im August nach Bielefeld.

Neustädter Marienkirche

Hier gibt es in der Neustädter Marienkirche seit 2017 ein neues Instrument des derzeit sehr gefragten Orgelbauers Eule aus Bautzen mit 46 Registern auf drei Manualen und Pedal. Zwanzig Jahre hat die Gemeinde diese Orgel im romantischen Klangbild geplant und dafür Geld gesammelt und kann nun stolz auf ein Instrument blicken, das in der Fachwelt großes Aufsehen erregt hat.

Altstäder Nicolaikirche

Seit 1965 zieht die ebenfalls dreimanualige Beckerath-Orgel der Altstädter Nicolaikirche internationale Solisten an, die hier gerne konzertieren. Daneben besitzt diese Kirche noch eine zweimanualige Orgel mit elf Registern, die sich auf einer Empore rechts des Chorraums befindet.

Jodokuskirche

Erst vor neun Jahren wurde die 1974 vom Osnabrücker Orgelbauer Kreienbrink in der St. Jodokuskirche erbaute Orgel grundlegend renoviert. Ihre 42 Register erklingen seitdem in neuem Glanz.

Bartholomäus-Kirche in Brackwede

Einem großen Kirchenbrand verdankt die von Rowan West 1994 für die Bartholomäus-Kirche in Brackwede erbaute Orgel ihre Entstehung. Die Zahlungen der Versicherung ermöglichten es damals ein dreimanualiges Instrument in Anlehnung an die barocke Patroclus Möller-Orgel in Marienenmünster zu errichten. Es erklingt seit dem regelmäßig in Konzerten und im Rundfunk.

Ideenwettbewerb 2017

Tolle Vorschläge für unsere neue Orgel

Im Juni 2017 wurden 6 Orgelbaufirmen eingeladen, an unserem Ideenwettbewerb teilzunehmen. Einzig zwingende Vorgabe ist die Verwendung des historischen Prospekts. Die Vorschläge sollten enthalten:

  • Ideen zur Disposition, zur technischen Realisierung und zum Aufstellungsort
  • Angaben zur Verwendung des vorhandenen alten Pfeifenmaterials
  • Ideen für eine Gestaltung eines zweiten Spieltisches und die technische Realisierung eines zweiten Spieltisches
  • Angaben zu den zu erwartenden Kosten

Eine Kommission (Orgelsachverständige der Evangelischen Kirche von Westfalen, Herr Dr. Tacke, der Kantor Ioci und Kreiskantor Heinz-Hermann Grube, Vertreter des Orgelbauvereins und der Kirchengemeinde) wird im Februar 2018 drei Preise ausloben:

  1. Preis: 5.000 Euro
  2. Preis: 3.000 Euro
  3. Preis: 2.000 Euro

Für nicht prämierte Vorschläge wird eine Aufwandsentschädigung in der Höhe von jeweils 500 Euro gezahlt.

Warum eine neue Orgel?

Warum gibt es einen „Orgelbauverein Lübbecke e.V.“ und warum möchten wir Sie einladen uns zu unterstützen?                                                                                                                                              

Orgeln sind klangliches Herzstück jeder Kirche. Mit der Vielfalt ihrer Klangfarben lobt die christliche Gemeinde, die sich in der Kirche versammelt, den Schöpfer der Welt. Sie entwickeln eine Faszination über die Kirchenmauern hinaus. Sie künden von der Lebenskraft einer Stadt und einer ganzen Region und setzen ein über Jahrhunderte gültiges Kulturzeichen für die Nachwelt. 

Unsere St. Andreas-Kirche in Lübbecke ist ein bedeutendes Baudenkmal aus dem 12. Jahrhundert. Sie besitzt aus der Zeit um 1635 ein wichtiges Zeugnis norddeutscher Orgelbaukunst: das nach heutiger Kenntnis einzige erhaltene Orgelgehäuse des Orgelbauers Cordt Kröger, im 17. Jahrhundert Begründer einer der bedeutendsten Orgelbauwerkstätten Norddeutschlands. Seinen Einfluss und den Technologie-Transfer können wir heute in direkter Linie bis hin zu Arp Schnitger verfolgen, der die norddeutsche Orgelbaukunst der Barock-Zeit zur Vollendung führte.

Um die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lübbecke bei der Instandhaltung der Orgel und bei einem Orgelneubau zu unterstützen hat sich der Orgelbauverein Lübbecke e.V. gegründet

Aktuell ist unser großes Projekt der Neubau eines größeren neuen Orgelwerkes in dem historisch bedeutenden Orgelgehäuse aus der Zeit um 1635.

Wir möchten mithelfen, dass ein für die Region bedeutsames Instrument hinsichtlich Größe, Qualität und Möglichkeit einer großen Vielfalt der Orgelliteratur entsteht, um Konzertante Orgelmusik als weiteren kulturellen Schwerpunkt und als Attraktion für die Region des Lübbecker Landes am Wiehengebirge zu erschließen. Mit der neuen Orgel soll in der St. Andreas-Kirche zugleich ein Ausbildungsschwerpunkt entstehen, mit dem die Kirchenmusik im Kirchenkreis selbst und – darüber hinaus auch weiträumig – der Organisten-Nachwuchs gefördert werden kann.

Die letzten Reparaturen 1992 und 2010 am bestehenden Orgelwerk von 1961/82 haben deutliche konstruktive und klangliche Mängel hervortreten lassen: es ist heute kein angemessenes Instrument, das der kulturellen Bedeutung der St. Andreas-Kirche und der Region Lübbecke mit ihrer kirchenmusikalischen Tradition entspricht. Nach Ansicht der Fachleute sind seine technischen und klanglichen Möglichkeiten für ein breites Spektrum der Orgelmusik sehr begrenzt. Daher fiel die Entscheidung, nicht weiter nachzubessern, sondern die Mittel gleich sinnvoll in einen Neubau zu investieren.

Wenn Sie mehr zur Geschichte der Orgel wissen möchten

Wenn Sie uns durch eine Mitgliedschaft unterstützten möchten

Wenn Sie uns durch eine Spende unterstützen möchten