Orgelexkursion nach Bremen

Orgelexkursion nach Bremen – Lübbecker und Espelkamper Orgelfreude wieder gemeinsam unterwegs.

Denkt man an Bremen, kommen schnell die „Stadtmusikanten“ in den Sinn. Während die auf dem Bremer Marktplatz wie die Orgelpfeifen der Größe nach geordnet aufeinander stehenden Tiere ins Reich der Märchen gehören, hatten es die Mitglieder der beiden Orgelvereine aus Lübbecke und Espelkamp doch eher mit den reellen Orgeln Bremens zu tun, als sie sich nach einjähriger pandemiebedingter Pause Anfang Oktober unter Leitung von Heinz-Hermann Grube, Mathias Johannmeier und Christoph Heuer in die Hansestadt aufmachten und dort drei ganz unterschiedliche Instrumente besichtigten.

Orgel in der St. Martini-Kirche in Bremen


Als erste Station stand die St. Martini-Kirche auf dem Programm. Die dortige Orgel mit ihrem prächtigen Prospekt wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Christian Bockelmann gebaut, wie der mitgereiste Orgelbauer Mathias Johannmeier erklärte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Orgelwerk, das heute aus 33 Registern (drei Manuale und Pedal) besteht, mehrmals umgebaut, u.a. von dem berühmten Orgelbauer Arp Schnitger (frühes 18. Jahrhundert) und im 2. Weltkrieg zerstört. Der im Krieg eingelagerte Orgelprospekt ist hingegen im Original erhalten und zeichnet sich ganz im Stil der Weserrenaissance durch eine figurale Ausgestaltung und intensive Farbigkeit aus. Ein besonderes Gestaltungsmerkmal stellen die Spiegelprospekte dar. Hier sind einige Pfeifen mit dem Pfeifenkörper nach unten, also umgekehrt eingebaut. Mit seinem milden, obertonreichen Klang und in seiner besonderen Stimmung folgt das Instrument dem Ideal des 17. und 18. Jahrhunderts und ist besonders für den Vortrag Bachscher Orgelwerke geeignet. Dies demonstrierte die Organistin Saeko Kimura. mit zwei Werken des Leipziger Meisters und erntete damit viel Applaus. Zum Schluss der Besichtigung wurden die Besucher selbst aktiv, indem sie mit Blick auf das bevorstehende Erntedankfest gemeinsam einige Strophen des Liedes „Wir pflügen und wir streuen“ sangen, bevor sie zum Mittagessen aufbrachen.

Orgel im Bremer Dom in der Westkrypta

Anschließend suchten die Orgelfreunde den Bremer St. Petri Dom auf, wo sie Domorganist Stephan Leuthold kenntnisreich und lebendig über zwei der fünf dortigen Instrumente informierte. Zunächst ging es in die Westkrypta, die hauptsächlich für Taufen oder Trauungen genutzt wird. Hier befindet sich eine kleine Orgel. Diese wurde 1730 vom berühmten sächsischen Orgelbauer Gottfried Silbermann gebaut. Das einmanualige Instrument zählt zu den kleinsten Modellen des Erbauers und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst für die Kirche in Etzdorf (Sachsen) errichtet, kam es über Umwege 1939 nach Bremen. Neben den Prospektpfeifen aus Freiberger Bergzinn sind auch die übrigen Teile des Instruments (Mechanik, Windladen) weitgehend im Original erhalten, wie Leuthold erklärte. Mit seiner abgemildert mitteltönigen Stimmung lässt die kleine Orgel das Spielen vielfältiger Literatur zu. Leuthold, der die verschiedenen Register und Klangfarben anschaulich durch sein Spiel darstellte, wies vor allem auf eine klangliche Besonderheit hin: „Der Wind ist immer zu hören, was neben einem deutlichen Ansatz des Tones zu dessen Lebendigkeit beiträgt“.

Sauer-Orgel im Bremer Dom

Nach dem Besuch des kleinsten Instrumentes im Untergeschoss der Kirche führte der Organist die Gruppe zum größten, der Sauer-Orgel auf der Westempore. Nachdem das Vorgänger-Instrument von Johann Friedrich Schulze aufgrund ungünstiger Bedingungen (Wurmfraß und Witterungseinflüsse bei Umbauten am Turm) marode geworden war, wurde es von Wilhelm Sauer (Frankfurt / Oder) 1895 durch eine neue Orgel ersetzt, wobei der von Schulze entworfene Prospekt beibehalten wurde. Die in ihrem Klang romantisch anmutende Orgel wurde im Laufe der Zeit zahlreichen Umbauten unterzogen. Das ursprünglich dreimanualige Instrument mit 65 Registern wurde schon bald mit zusätzlichen Stimmen ausgestattet und erhielt einen neuen viermanualigen Spieltisch. Weitere bedeutende Umbauten erfolgten 1939 („Barockisierung“) und 1958, als die Beseitigung von Kriegsschäden zu einer radikalen technischen Veränderung und zur Beseitigung des ursprünglichen neogotischen Prospekts genutzt wurde. Eine Restaurierung in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts führte schließlich zu einer Rekonstruktion des ursprünglichen Prospekts und einer Wiederherstellung der Disposition gemäß den Vorstellungen des Erbauers. Wie Leuthold abschließend erläuterte, lässt sich an diesem Instrument sehr anschaulich zeigen, dass es sich bei einer Orgel um ein gewachsenes Instrument handelt, das über die Jahrzehnte dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst wird. Heute entspricht trotz aller technischen Erneuerung das Klangbild der 98 Register wieder dem Ideal Sauers.


Zum Abschluss bedankten sich beide Vereine beim Domorganisten mit einer ihrer je eigenen Orgelweinflaschen für die anschauliche Führung und ließen den Tag in Bremen auf unterschiedliche Weise ausklingen.


Nun freuen sich alle auf eine Fortführung der Exkursionen im nächsten Jahr. Und wer mag, findet zwischendurch möglicherweise auch eine Gelegenheit, sich die weiteren drei Orgeln im Dom anzuschauen.


Ina Härtel Prospektpfeifen aus Freiberger Bergzinn sind auch die übrigen Teile des Instruments
(Mechanik, Windladen) weitgehend im Original erhalten, wie Leuthold erklärte. Mit
seiner abgemildert mitteltönigen Stimmung lässt die kleine Orgel das Spielen
vielfältiger Literatur zu. Leuthold, der die verschiedenen Register und Klangfarben
anschaulich durch sein Spiel darstellte, wies vor allem auf eine klangliche
Besonderheit hin: „Der Wind ist immer zu hören, was neben einem deutlichen Ansatz
des Tones zu dessen Lebendigkeit beiträgt“.
Nach dem Besuch des kleinsten Instrumentes im Untergeschoss der Kirche führte
der Organist die Gruppe zum größten, der Sauer-Orgel auf der Westempore.
Nachdem das Vorgänger-Instrument von Johann Friedrich Schulze aufgrund
ungünstiger Bedingungen (Wurmfraß und Witterungseinflüsse bei Umbauten am
Turm) marode geworden war, wurde es von Wilhelm Sauer (Frankfurt / Oder) 1895
durch eine neue Orgel ersetzt, wobei der von Schulze entworfene Prospekt
beibehalten wurde. Die in ihrem Klang romantisch anmutende Orgel wurde im Laufe
der Zeit zahlreichen Umbauten unterzogen. Das ursprünglich dreimanualige
Instrument mit 65 Registern wurde schon bald mit zusätzlichen Stimmen ausgestattet
und erhielt einen neuen viermanualigen Spieltisch. Weitere bedeutende Umbauten
erfolgten 1939 („Barockisierung“) und 1958, als die Beseitigung von Kriegsschäden
zu einer radikalen technischen Veränderung und zur Beseitigung des ursprünglichen
neogotischen Prospekts genutzt wurde. Eine Restaurierung in den 90er Jahren des
20. Jahrhunderts führte schließlich zu einer Rekonstruktion des ursprünglichen
Prospekts und einer Wiederherstellung der Disposition gemäß den Vorstellungen des
Erbauers. Wie Leuthold abschließend erläuterte, lässt sich an diesem Instrument
sehr anschaulich zeigen, dass es sich bei einer Orgel um ein gewachsenes
Instrument handelt, das über die Jahrzehnte dem jeweiligen Zeitgeschmack
angepasst wird. Heute entspricht trotz aller technischen Erneuerung das Klangbild
der 98 Register wieder dem Ideal Sauers.
Zum Abschluss bedankten sich beide Vereine beim Domorganisten mit einer ihrer je
eigenen Orgelweinflaschen für die anschauliche Führung und ließen den Tag in
Bremen auf unterschiedliche Weise ausklingen.
Nun freuen sich alle auf eine Fortführung der Exkursionen im nächsten Jahr. Und
wer mag, findet zwischendurch möglicherweise auch eine Gelegenheit, sich die
weiteren drei Orgeln im Dom anzuschauen.
Ina Härtel

Jahreshauptversammlung 2022

  • Arbeitsgruppen unter Beteiligung von Vorstandsmitgliedern des Vereins:
    – Koordinierungsgruppe
    – Gestaltungsgruppe
    – Fundraising
    – Öffentlichkeitsarbeit
  • Anfang 2022 Pressekonferenz u.a. über finanzielle Beteiligung des Vereins an der Sanierung
  • Laufend Benefizkonzerte und Vortragsreihe („Glaube – Liebe – Hoffnung“ mit hochkarätigen Referenten)
  • Am 1. Oktober findet eine Orgelexkursion nach Bremen statt. Diese wird gemeinsam mit den „Orgelfreunden Espelkamp“ durchgeführt und von C. Heuer, H.-H. Grube und M. Johannmeier vorbereitet.
  • Finanzielle Situation
  • Auf der Homepage sind Spenden über PayPal möglich
  • Vorstandswahl:
    – 1. Vorsitzender: Friedrich Föst
    – 2. Vorsitzender: Florien Bornemann
    – Schatzmeister: Eye Blöbaum
    – Schriftführerin: Ina Härtel
    – Kantor H.-H. Grube ist weiterhin zur Mitarbeit im Vorstand bereit.
    – Kassenprüferin: Ina Klein und Michael Hafner
  • Planungsstand Kirchensanierung

Termine rund um die Kirchensanierung 2022

Alle Veranstaltungen in 2022 im Überblick

27. März18:0030 Jahre Opus 7 mit dem Solisten Valentino Worlitzsch (Cello). Benefizkonzert mit Werken von Schubert, Elgar und Beethoven (Leitung: H.-H. Grube)
3. April16:00Benefizkonzert von Pro musica in der St. Andreas-Kirche: Solisten und Ensembles
22. Mai18:00Kindermusical rund um den Hl. Andreas mit dem Kindermusicalchor (Leitung: H.-H. Grube)
28.
Mai
19:00 Elberfelder Mädchenkurrende – Mädchenchor aus dem Wuppertal singt Cantar – lobt den Herrn!
5. Juniab 19:00Himmlisches Brausen: Solistenkonzert in der St. Andreas-Kirche
19:00 Uhr Simon Obermeier (Orgel)
20:00 Uhr Kathrin Härtel (Blockflöte) und Johanne Grube (Gesang)
21:00 Uhr Jakob Helling (Jazz-Piano)
6. Juni11:30Jazz-Matinee auf dem Kirchplatz mit Jazz-Group Lübbecke
6. Juni11:30Sparbüchsenleerung nach dem Gottesdienst und Geldzählung u.a. durch Eyke Blöbaum
12. Juni18:00Konzert der Kantorei an St. Andreas mit Orchester (Leitung: H.-H. Grube)
23. Juni19:30Sommerkonzert des Wittekindgymnsiums; Schulorchester (Leitung: H. Szobries)
26. Juni18:00Orgel und Orchester (Leitung: H.-H. Grube)
10. Juli18:00Zwei Gitarren und Orgel (Leitung: H.-H. Grube)
18.
Aug.
Vortragsreihe „Glaube“ Ulf Schlüter aus Bielefeld
22.
Sept.
Vortragsreihe „Liebe“ Prof. Schwier aus Heidelberg
24. Sept.19:00Solista: in der Kirche für die Kirche (Leitung: H.-H. Grube)
29.
Sept.
19:00Vortragsreihe „Hoffnung“ Martin Mosebach
1. Okt. 9:00Orgelexkursion nach Bremen
1. Okt.19:30 Mozart trifft Mahler (Kammerphilarmonie Minden; Leitung: H.-H. Grube)
31. Okt.19:00„Was Leib und Seele zusammenhält“ Gottesdienst zur Reformation
1. Nov.16:00Konzert „Kontraste“ (Anja Fehling; Leitung: H.-H. Grube)
11. Dez.17:00Konzert / Offenes Singen „Seht die gute Zeit ist nah“ (Chöre der Kirchengem. Lübbecke; Leitung: H.-H. Grube)
14. Dez.19:00Lions Weihnachtskonzert (Leitung: H.-H. Grube)
18. Dez.18:00Benefizkonzert mit Kantorei an St. Andreas und Posaunenchor (Leitung: H.-H. Grube)

Arbeitskreise

Koordinierungsgruppe:

Hierfür ernannte Mitglieder sind: Heinz-Hermann Grube, Eyke Blöbaum, Eberhard Helling und Friedrich Föst

Diese Gruppe dient der Zusammenarbeit der Kirchenmusik (H.-H. Grube), Liturgie (E. Helling), des Bau- und Finanzwesens (E. Blöbaum) und des Fördervereins (F. Föst). Ziel ist die Koordinierung des Sanierungsprozesses, zeitliche Planung, Baukoordination und Koordinierung aller Arbeitskreise.


Gestaltungsgruppe:

Mitglieder sind: Heinz-Hermann Grube, Eyke Blöbaum, Ulrike Salge, Frau Levermann (Architektin), Ann-Christin Rose, Niklas Droste (Vorsitzender CVJM) und Friedrich Föst.

Ziel ist die Erarbeitung eines Planes zur Neugestaltung des Innenraums, unter Berücksichtigung liturgischer und kirchenmusikalischer Anforderungen. Die Ergebnisse dienen als Empfehlung für das Presbyterium.


Fundraising-Gruppe:

Heinz-Hermann Grube, Eberhard Helling, Peter Schmüser (Stadtmarketing) und Charlotte Deerberg (u.a. Soroptimistin) haben es sich zur Aufgabe gemacht, Ideen zur Geldbeschaffung zu sammeln und umzusetzen.


Öffentlichkeitsarbeit:

Tamara Raddy, Ina Härtel, Heinz-Hermann Grube, Eberhard Helling und Barbara Föst treffen sich regelmäßig zum Sammeln und Veröffentlichen aktueller Informationen. Die Website des Kirch- und Orgelbauvereins bleibt somit stets aktuell, hinzu kommen laufende Nachrichten über Facebook.

Spendenstand 2022

Finanzierungsbarometer (Stand Anfang 2022)

Die Kosten für das gesamte Projekt der Kirchensanierung und des Orgelneubaus werden auf ca. 3,5 Mio Euro geschätzt (Stand 2021).

Die Kirchensanierung erfolgt in drei Bauabschnitten: Außendrainage, Innenraumsanierung und Neugestaltung des Innenraums. Laut Kostenvoranschlag sind für den ersten Bauabschnitt ca. 500.000 Euro aufzuwenden. Der Bund bezuschusst dieses Vorhaben mit ca. 240.000 Euro, der Kirchenkreis mit 52.000 Euro und der Kirch- und Orgelbauverein gibt 25.000 Euro dazu. Der restliche Betrag wird durch Rücklagen der Kirchengemeinde, u.a. durch die Spardosenaktion, Spenden und Opferstock finanziert. Somit sind die Kosten des ersten Bauabschnitts gedeckt.

Zweckgebunden für die Orgel wurden Spenden in der Höhe von 200.000 Euro gesammelt (Stand 31.12.2021).

Aktuell (Stand 31.12.2021) liegen weitere 20.000 Euro auf den Spendenkonten des Kirch- und Orgelbauvereins.

Veranstaltungen 2022


27. März18:00 30 Jahre Opus 7 mit dem Solisten Valentino Worlitzsch (Cello). Benefizkonzert mit Werken von Schubert, Elgar und Beethoven (Leitung: H.-H. Grube)
3. April16:00Benefizkonzert von Pro musica in der St. Andreas-Kirche: Solisten und Ensembles
22. Mai18:00Kindermusical rund um den Hl. Andreas mit dem Kindermusicalchor (Leitung: H.-H. Grube)
5. Juniab 19:00Himmlisches Brausen: Solistenkonzert in der St. Andreas-Kirche
19:00 Simon Obermeier (Orgel)
20:00 Kathrin Härtel (Blockflöte) und Johanne Grube (Gesang)
21:00 Jakob Helling (Jazz-Piano)
6. Juni11:30Jazz-Matinee auf dem Kirchplatz mit Jazz-Group Lübbecke
6. Juni11:30Sparbüchsenleerung nach dem Gottesdienst und Geldzählung u.a. durch Eyke Blöbaum
12. Juni18:00Konzert der Kantorei an St. Andreas mit Orchester (Leitung: H.-H. Grube)
23. Juni19:30Sommerkonzert des Wittekindgymnsiums; Schulorchester (Leitung: H. Szobries)
26. Juni18:00Orgel und Orchester (Leitung: H.-H. Grube)
10. Juli18:00Zwei Gitarren und Orgel (Leitung: H.-H. Grube)
Sept.Vortragsreihe (Leitung: E. Helling)
24. Sept.19:00Solista: in der Kirche für die Kirche (Leitung: H.-H. Grube)
18. Dez.18:00 Benefizkonzert mit Kantorei an St. Andreas und Posaunenchor (Leitung: H.-H. Grube)

Benefizkonzert des Lübbecker Schützen-Musik-Corps

Lübbecker Schützenmusikcorps. Leitung: Uwe Grothus
Jugendorchester. Leitung: Annalena Hansch

Das Lübbecker Schützen-Musik-Corps unter der Leitung von Uwe Grothus und das dazugehörige Jugendorchester (Leitung: Annalena Hansch) zeichneten das ursprünglich live geplante Adventskonzert auf, mit der Bitte um Spenden für den Kirch- und Orgelbauverein. Bis zum 1. Weihnachtsfeiertag können auf Youtube täglich einzelne Stücke daraus angehört werden, die eine weihnachtliche Stimmung direkt zu Ihnen nach Hause bringen. Klicken Sie einfach auf https://schuetzen-musik-corps-luebbecke.de oder auf die unten stehenden Links:

Happy Christmas von John Lennon


The Christmas King von James L Hosay



Little Sweet Bells von Martin Scharnagl


In the bleak mid winter von Gustav Holst


Mentis von Thiemo Kraas



Gospel Day von Luigi di Ghisallo


A Christmas Festival von Leroy Anderson


Gespendet kann neuerdings nun auch ganz einfach über PayPal!

PayPal an: info@orgelbauverein-luebbecke.de

Oder direkt über den Button

Beschluss des Presbyteriums 2021

zur Innengestaltung der Kirche

Die vom Presbyterium eingesetzte Gestaltungsgruppe hat inzwischen mehrfach, darunter
einmal mit den Architekten, getagt. Alle im bisherigen Verfahren z.T. auch kritisch
angesprochenen Details der Planung und Gestaltung wurden dabei erörtert. Das Büro soan
hat nun einige neue und klärende planerische Ausführungen auf der Basis des
Presbyteriumsbeschlusses zur Freistellung des Chorraums vorgelegt. Diese werden vor der
Sitzung elektronisch dem Presbyterium zur Verfügung gestellt.
Außerdem sind die Erfahrungen aus den Besichtigungen in Herford (Marien Stiftberg) und
Ibbenbüren (Christuskirche) in die Beratungen eingeflossen.
Die nachstehenden Beschlußvorschläge geben die einheitliche Meinung der
Gestaltungsgruppe im Sinne eine Empfehlung wider und berücksichtigen nach deren
Auffassung nunmehr alle wesentlichen Anforderungen liturgischer und kirchenmusikalischer,
aber auch darüber hinausgehender, z.B. kultureller, Art. Wenn den Empfehlungen so gefolgt
wird, soll die bereits beauftragte aber noch ausstehende Ausführungsplanung (LP 5 HOAI)
daran ausgerichtet werden. Außerdem werden im Zuge der sich daraus ergebenden
Detaillierung weitere Beschlüsse zu fassen sein. Wo erforderlich oder sinnvoll, ist der
eigentliche Beschlußtext mit einer Begründung (eingerückt) unterlegt. Eine Reihe von
Elementen und Gestaltungsnotwendigkeiten sind hier noch nicht benannt. Es wird daher
später weiterer Beschlüsse bedürfen, sobald jeweils Anlaß dazu besteht. Das gilt
insbesondere für Bemusterungen, künstlerische Entwürfe etc..


Beschlüsse:


1.
Der gesamte Raum soll ohne fest eingebaute Bänke bzw. Bankreihen ausschließlich durch
grundsätzlich flexible Bestuhlung gestaltet werden. Eine Auswahl der Stühle erfolgt später.
Die Entfernung aller Bänke und die Beschaffung einer Bestuhlung aus 2 Elementen
(höherwertige „Dauerbestuhlung“ in Reihen ähnlich der Bankaufstellung auch mit
Mittelgang in der Achse und „Zubestuhlung“ für große Gottesdienste bzw.
Veranstaltungen) verschafft unter Wahrung der hergebrachten Anmutung eines
klassischen Kirchenraumes insbesondere für aktuelle aber auch für ggf. später sich
ergebende liturgische Anforderungen die nötige Flexibilität. Die im Wandel befindliche
Kirche wird damit befähigt, sich angemessen und vielfältig auszudrücken. Alle
denkbaren nicht – gottesdienstlichen Nutzungen des Raumes werden ermöglicht und
erhalten kreativ zu füllenden Raum.


2.
Der neu zu gestaltende Fußboden soll die architektonischen Phasen der Romanik und der
Gotik durch unterschiedliche Gestaltung sichtbar machen. Der Grundriß der älteren
Kreuzkirche wird in einem Hartbelag (Stein, bevorzugt Kunststein/Terrazzo) ausgeführt, die
gotischen Anbauten in Holz. Eine Farb- und Materialwahl erfolgt später.
Die von den Architekten vorgeschlagene Betonung des romanischen Kerns der
Kirche wird insgesamt als gelungen angesehen und schließt inhaltlich an den letzten
großen Renovierungsschritt zu Beginn der 1960er Jahre an. Er dient auch wegen der
darin gut darzustellenden Sichtbeziehungen nahezu vollständig den liturgischen
Anforderungen einschließlich der damit zusammenhängenden kirchenmusikalischen
Bedürfnisse. Die gotischen Teilflächen erlauben darüber hinaus alle denkbaren
Erweiterungen sowohl für große Gottesdienste als auch für Konzerte, Ausstellungen
und ähnliche Formate.


3.
Der „Ort des Wortes“ innerhalb der neu und nach Osten zu versetzenden Stufen zum
Chorraum soll nach den aktuellen Entwürfen („Variante 2“) ausgeführt werden.
So ist sichergestellt, dass der nicht flexible Einbau die Aufstellung auch großer
Chorgruppen erlaubt. Die künstlerische Detailgestaltung auf der Basis der
vorgeschlagenen halbrunden Öffnung zum Kirchenschiff hin wird später erfolgen.


4.
Exakt im Zentrum der sich nach Umgestaltung ergebenden quadratischen Vierung wird der
in runder Form zu gestaltende Abendmahlstisch (Altar) positioniert. Der Altar ist so
auszuführen, dass er in seltenen Fällen von seinem Ort entfernt werden kann (Flexibilität).
Farb- und Materialwahl für das Prinzipalstück erfolgen später.


5.
Exakt im Zentrum des von Osten gezählt 4. Jochs des Hauptschiffes wird der vorhandene
Taufstein positioniert.
Gemeint ist der derzeit noch sichtbare Kreuzungspunkt des Mittelgangs und der quer
dazu vorhandenen Verbindung zwischen Nord- und Südeingang. Die Frage, wie der
zukünftige Taufort mit dem vorhandenen Stein im Detail ausgestaltet wird, muß
später entschieden werden.


6.
Im Raum unter dem Turm entsteht der „Raum der Stille“ anhand der bereits vorliegenden
Planungen. Er bleibt durch die westliche Tür auch von außen zugänglich. Zum Kirchenschiff
hin ist eine gläserne Abtrennung im Sinne von raumhohen Türflügeln auszuführen, die auch
verschließbar sind.

7.
Vor der geschlossenen Ostwand des Chores wird ein künstlerisch gestaltetes und
großflächiges „textiles Element“ angebracht. Ein Entwurf hierfür soll bei der Künstlerin
Cornelia Buchheim, Giebichenstein, auf das hierzu vorliegende Angebot in Auftrag gegeben
werden. Die nötigen Mittel dazu (rd. 5.000,00 €) sind den Planungskosten des
Gesamtvorhabens zuzuordnen.

8.
Das vorhandene Kruzifix wird innerhalb des Chors näher zum Hauptschiff umgehängt.

Erster Bauabschnitt

Die Kirchengemeinde führt seit Mai 2022 auf Basis der Planungen des Büros „soan Architekten“, Bochum, die Sanierung der äußeren Grundmauern von St. Andreas durch. Bearbeitet werden die Südseite und das Areal um den Turm. Ziel ist es, seitlich gegen das Mauerwerk drückendes Wasser abzuhalten und geordnet abzuleiten.  Hierzu sind die Fundamente und ein vorgelagerter Technikkeller aufgegraben und mit einer dichtenden mineralischen Schicht sowie umlaufenden Drainagen versehen worden. Die Blitzschutzanlage wird begleitend erneuert. Die Arbeiten werden überwiegend von der Firma Kleffmann, Hüllhorst-Büttendorf, ausgeführt. Die Fa. Meyer Restaurierungen, Pr. Oldendorf, kümmert sich um Fugen und Ergänzungen im Mauerwerk. Zudem soll ein Glasfaseranschluss verlegt werden.

Gleich zu Beginn ergab sich die Notwendigkeit, die Baustelle archäologisch zu begleiten. Die westfälische Archäologie (Teil des Landschaftsverbandes, LWL) wurde bei der Sicherung und Dokumentation einer Vielzahl von historischen Beisetzungen tätig. Ganze Skelette oder Teile davon fanden sich unmittelbar am und z.T. sogar unter dem vorhandenen Mauerwerk bzw. den Fundamenten. Jeweils ein Fund an den romanischen (hier der Turm) und gotischen (hier die Westwand des nördlichen Schiffes) Teilen belegen, dass damals über bereits vorhandene Gräber „hinweggebaut“ wurde. Die Funde sind also älter als 800 bzw. 650 Jahre und werden von Fachleuten weiter ausgewertet.

Der logische Schluß aus der vorgefundenen Situation ist, dass es einen kleineren Vorgängerbau von St. Andreas gegeben haben muß, der, wie üblich, mittelalterlich eng von einem Friedhof umgeben war. Bei Neubau der romanischen Kreuzkirche (Mitte 12. Jh.) und der späteren gotischen Erweiterung (Mitte 14.Jh.) hat man also in diesen Friedhof hineingebaut. Seit 1350 hat die Kirche weitgehend ihre heutigen Ausmaße. Der umgebende Friedhof wurde erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgegeben und von der heute kommunalen Anlage abgelöst.

Nach Abschluss der technisch nötigen Arbeiten soll das die Kirche umgebende Gelände etwas umgestaltet werden. Während der Bauarbeiten wurden nämlich Teile des Mauerwerks freigelegt (siehe Foto), die ursprünglich sichtbar und nicht von Erde bedeckt waren. Die Kirche stand also höher aus dem umgebenden Gelände heraus. Insbesondere im Bereich des Turms wird daher das Geländeniveau maßvoll abgesenkt und damit der Blick auf das wohlgeformte typische Stufenfundament dauerhaft freigehalten.

Auch ist erkennbar geworden, dass die nach Westen ausgerichtete kleine Tür im Turm in ihrem romanisch-rundbogigen Türausschnitt in der jüngeren Vergangenheit verkürzt worden ist. Sie war bauzeitig ca. 40 cm länger. Nun soll sie wieder auf dieses Maß gebracht und eine neue Türfüllung eingesetzt werden. Der Kirch- und Orgelbauverein wird sich an der Finanzierung dieser zunächst nicht geplanten Maßnahme beteiligen.

Zu den bisher geplanten Kosten der Gesamtmaßnahme von rd. 520.000,00 € wurde ein Zuschuß der Bundesrepublik Deutschland aus Denkmalmitteln in Höhe von rd. 260.000,00 € bewilligt. Weitere Mittel sind von der Kirchengemeinde gebildeten Rücklagen und bereits eingegangenen private Spenden von über 50.000,00 €. Weitere  25.000,00 € hat der Kirch- und Orgelbauverein schon bereitgestellt.