Ehrung von Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer

Der 1. Vorsitzende Friedrich Föst übergibt die Urkunde zum Ehrenvorsitzenden des Kirch- und Orgelbauvereins Lübbecke e.V. an Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer. (Quelle: P. Götz, Westfalen-Blatt)

Der in Lübbecke aufgewachsene Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer wird aufgrund seiner außergewöhnlichen Verdienste für den Kirch- und Orgelbauverein in der Jahreshauptversammlung im Juni 2020 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Jahreshauptversammlung 2020

Von links: Friedrich Föst (1. Vorsitzender), Heinz-Hermann Grube (Kantor), Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer (Ehrenvorsitzender), Dr. Peter Groß (2. Vorsitzender), Ina Härtel (Schriftführerin) und Eyke Blöbaum (Schatzmeister). (Quelle: P. Götz, Westfalen-Blatt)

Am 23. Juni 2020 fand die Jahreshauptversammlung unter entsprechenden hygienischen Bedingungen statt. Folgende Themen wurde dabei gesprochen:

  • Nach Erläuterung und Abstimmung Änderung des Vereinsnamens und Erweitung des Vereinszwecks: der Orgelbauverein Lübbecke e.V. erweiterte seine Tätigkeit und wurde in Kirch- und Orgelbauverein Lübbecke e.V. umbenannt.
  • Vorstandswahlen und Ehrung von Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer: aufgrund seiner großen Verdienste für den Verein wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zur neuen Kassenprüferin neben Dr. Ulrike Schäfer wird Ina Klein gewählt.
  • Bericht des Vorstands zu den Exkursionen nach Bielefeld und Ostfriesland vergangenen Jahres.
  • Orgelweinverkauf beim Orgelsommer und Nacht der Chöre; dabei Verteilung der neuen Flyer
  • Erste Großspenden kamen auf das Konto des Vereins. Im November 2019 konnten erstmals 100.000 Euro zweckgebunden für den Orgelbau an die Kirchengemeinde überwiesen werden. Aktuell sind ca. 20.000 Euro auf dem Konto des Kirch- und Orgelbauvereins, zweckgebunden für den Orgelbau. Alle zukünftigen Spenden sind zweckgebunden für den Kirch- und Orgelbau.

Ausblick:

Konzerte

  • 28. Juni (H.-H. Grube); Orgelsommer
  • 26. Juli (S. Obermeier aus Hamburg); Orgelsommer
  • 9. August (B. Méhes aus Ungarn); Orgelsommer
  • 11. Dezember Benefizkonzert des Schützenmusikcorps

Orgelexkursion

  • 5. September nach Hannover

Nacht der Chöre

Großer Andrang in der Nacht der Chöre (Foto: E. Schultjan)

Unter großer Beteiligung fand am Reformationstag, dem 31. Oktober, in der St.-Andreas-Kirche und auf dem Kirchplatz die „Nacht der Chöre“ statt. Das Publikum erfreute sich an den abwechslungsreichen Beiträgen von neun Chören, die nach eine Andacht des Superintendenten Dr. Uwe Gryczan in der Kirche Musik von Klassik bis Pop zu Gehör brachten.

Neun Chöre sorgten für großartige, musikalische Abwechslung an diesem Abend. (Foto: C. Scheele)
Querflötistin Miriam Obermeier (Foto: C. Scheele)

In der Pause sowie vor und nach dem Konzert gab es Bratwurst, belegtes Brot und Brezeln, sowie Orgelwein und andere Kaltgetränke jeweils gegen Spende für den Kirch- und Orgelbauverein. Die dort ausgelegten, frisch gedruckten Flyer informierten zudem die Besucher über die Hintergründe unseres Vereins.

Der Orgelweinausschank war sehr erfolgreich und machte sichtlich Spaß. Von links: Eyke Blöbaum, Friedrich Föst, Dr. Peter und Dr. Sabine Groß (Foto: E. Schultjan)

Zusammen mit der Musik vom Posaunenchor und einer Jazz-Combo stellte sich eine schöne, fröhliche Atmosphäre ein, die die Kälte vergessen ließ und sicher auch Martin Luther gefallen hätte, wie eine Besucherin anmerkte.

Posaunenchor (Foto: E. Schultjan)

Weiteres können Sie hier aus dem Westfalen-Blatt nachlesen: ein sehr schöner Artikel mit Link zu vielen Fotos!

Ina Härtel

2019 Bielefeld

Im Rahmen des Lübbecker Orgelsommers 2019 führte die erste Tour im August nach Bielefeld.

Neustädter Marienkirche

Hier gibt es in der Neustädter Marienkirche seit 2017 ein neues Instrument des derzeit sehr gefragten Orgelbauers Eule aus Bautzen mit 46 Registern auf drei Manualen und Pedal. Zwanzig Jahre hat die Gemeinde diese Orgel im romantischen Klangbild geplant und dafür Geld gesammelt und kann nun stolz auf ein Instrument blicken, das in der Fachwelt großes Aufsehen erregt hat.

Altstäder Nicolaikirche

Seit 1965 zieht die ebenfalls dreimanualige Beckerath-Orgel der Altstädter Nicolaikirche internationale Solisten an, die hier gerne konzertieren. Daneben besitzt diese Kirche noch eine zweimanualige Orgel mit elf Registern, die sich auf einer Empore rechts des Chorraums befindet.

Jodokuskirche

Erst vor neun Jahren wurde die 1974 vom Osnabrücker Orgelbauer Kreienbrink in der St. Jodokuskirche erbaute Orgel grundlegend renoviert. Ihre 42 Register erklingen seitdem in neuem Glanz.

Bartholomäus-Kirche in Brackwede

Einem großen Kirchenbrand verdankt die von Rowan West 1994 für die Bartholomäus-Kirche in Brackwede erbaute Orgel ihre Entstehung. Die Zahlungen der Versicherung ermöglichten es damals ein dreimanualiges Instrument in Anlehnung an die barocke Patroclus Möller-Orgel in Marienenmünster zu errichten. Es erklingt seit dem regelmäßig in Konzerten und im Rundfunk.

Ideenwettbewerb 2017

Tolle Vorschläge für unsere neue Orgel

Im Juni 2017 wurden 6 Orgelbaufirmen eingeladen, an unserem Ideenwettbewerb teilzunehmen. Einzig zwingende Vorgabe ist die Verwendung des historischen Prospekts. Die Vorschläge sollten enthalten:

  • Ideen zur Disposition, zur technischen Realisierung und zum Aufstellungsort
  • Angaben zur Verwendung des vorhandenen alten Pfeifenmaterials
  • Ideen für eine Gestaltung eines zweiten Spieltisches und die technische Realisierung eines zweiten Spieltisches
  • Angaben zu den zu erwartenden Kosten

Eine Kommission (Orgelsachverständige der Evangelischen Kirche von Westfalen, Herr Dr. Tacke, der Kantor Ioci und Kreiskantor Heinz-Hermann Grube, Vertreter des Orgelbauvereins und der Kirchengemeinde) wird im Februar 2018 drei Preise ausloben:

  1. Preis: 5.000 Euro
  2. Preis: 3.000 Euro
  3. Preis: 2.000 Euro

Für nicht prämierte Vorschläge wird eine Aufwandsentschädigung in der Höhe von jeweils 500 Euro gezahlt.

Warum eine neue Orgel?

Warum gibt es einen „Orgelbauverein Lübbecke e.V.“ und warum möchten wir Sie einladen uns zu unterstützen?                                                                                                                                              

Orgeln sind klangliches Herzstück jeder Kirche. Mit der Vielfalt ihrer Klangfarben lobt die christliche Gemeinde, die sich in der Kirche versammelt, den Schöpfer der Welt. Sie entwickeln eine Faszination über die Kirchenmauern hinaus. Sie künden von der Lebenskraft einer Stadt und einer ganzen Region und setzen ein über Jahrhunderte gültiges Kulturzeichen für die Nachwelt. 

Unsere St. Andreas-Kirche in Lübbecke ist ein bedeutendes Baudenkmal aus dem 12. Jahrhundert. Sie besitzt aus der Zeit um 1635 ein wichtiges Zeugnis norddeutscher Orgelbaukunst: das nach heutiger Kenntnis einzige erhaltene Orgelgehäuse des Orgelbauers Cordt Kröger, im 17. Jahrhundert Begründer einer der bedeutendsten Orgelbauwerkstätten Norddeutschlands. Seinen Einfluss und den Technologie-Transfer können wir heute in direkter Linie bis hin zu Arp Schnitger verfolgen, der die norddeutsche Orgelbaukunst der Barock-Zeit zur Vollendung führte.

Um die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lübbecke bei der Instandhaltung der Orgel und bei einem Orgelneubau zu unterstützen hat sich der Orgelbauverein Lübbecke e.V. gegründet

Aktuell ist unser großes Projekt der Neubau eines größeren neuen Orgelwerkes in dem historisch bedeutenden Orgelgehäuse aus der Zeit um 1635.

Wir möchten mithelfen, dass ein für die Region bedeutsames Instrument hinsichtlich Größe, Qualität und Möglichkeit einer großen Vielfalt der Orgelliteratur entsteht, um Konzertante Orgelmusik als weiteren kulturellen Schwerpunkt und als Attraktion für die Region des Lübbecker Landes am Wiehengebirge zu erschließen. Mit der neuen Orgel soll in der St. Andreas-Kirche zugleich ein Ausbildungsschwerpunkt entstehen, mit dem die Kirchenmusik im Kirchenkreis selbst und – darüber hinaus auch weiträumig – der Organisten-Nachwuchs gefördert werden kann.

Die letzten Reparaturen 1992 und 2010 am bestehenden Orgelwerk von 1961/82 haben deutliche konstruktive und klangliche Mängel hervortreten lassen: es ist heute kein angemessenes Instrument, das der kulturellen Bedeutung der St. Andreas-Kirche und der Region Lübbecke mit ihrer kirchenmusikalischen Tradition entspricht. Nach Ansicht der Fachleute sind seine technischen und klanglichen Möglichkeiten für ein breites Spektrum der Orgelmusik sehr begrenzt. Daher fiel die Entscheidung, nicht weiter nachzubessern, sondern die Mittel gleich sinnvoll in einen Neubau zu investieren.

Wenn Sie mehr zur Geschichte der Orgel wissen möchten

Wenn Sie uns durch eine Mitgliedschaft unterstützten möchten

Wenn Sie uns durch eine Spende unterstützen möchten

Orgelwein

Wir verkaufen den Wein bei Orgelkonzerten und sonstigen Anlässen als Ausschank gegen Spende und flaschenweise für 12,– Euro / Flasche.

Deutscher Prädikatswein vom Weingut Bärenhof (Ungstein/Pfalz):
Grauer Burgunder trocken
Spätburgunder Rotwein trocken

2014 Orgelbaufirma Speith

2014: Besichtigung der Orgelbaufirma Speith (Inh. Ralf Müller) in Rietberg

Am 7. Juni 2014 machten sich 25 Orgelbaufreunde aus Lübbecke auf den Weg nach Rietberg zur Orgelbaufirma Speith
(www. speith-orgelbau.de). In Rietberg angekommen begrüßte uns der Inhaber Ralf Müller und zeigte uns die Räumlichkeiten, in denen seit 1848 bis heute Orgeln produziert werden. Er erzählte uns die Geschichte seines Familienunternehmens, das er in der fünften Generation weiterführt. Die verschiedenen Werkstätten und Fertigungsräume wurden besichtigt, wobei Ralf Müller die einzelnen Bauphasen einer Orgel zeigte.

Orgelpfeifen in Arbeit


Es stellte sich heraus, dass ein Orgelbauer unzählige Berufe bei seiner Arbeit gleichzeitig ausüben muss: Tischler, Physiker, Musiker und Künstler. Unzählige Werkzeuge, Pfeifen, Mechaniken, Fertigungstechniken und Materialien konnten wir sehen, fühlen und hören. Vom Zahnstocher bis zum meterlangen Pfeifenrohling wird hier alles verbaut.  
An mancher Pfeife muss Ralf Müller mehrere Tage arbeiten, bis er den genauen Klang hat, passend zur Akustik der jeweiligen Kirche. Erstaunlich dabei ist, dass diese großen Instrumente in verhältnismäßig kleinen Räumen hergestellt werden. Aber auch hier weiß Ralf Müller sich zu helfen: er setzt die Einzelteile zu größeren Orgelsegmenten zusammen, die er einzeln auf Klang und Funktionalität prüft und anschließend wieder abbaut. Erst in der Kirche setzt er alle Segmente zu einem Gesamtwerk zusammen. Oft arbeitet er beim Intonieren einer Orgel in der Nacht, da er dann von keinem Geräusch von außen gestört wird. Anschließend gab es eine kleine Vorführung an der vor kurzem restaurierten Orgel in der Klosterkirche Sankt Katharina in Rietberg (http://klosterlandschaft-owl.de/klosterorte/rietberg-klosterkirche-st-katharina).

Zum Abschluss aßen wir in einem gemütlichen Lokal in der Altstadt zu Mittag, ehe es am Nachmittag wieder nach Lübbecke ging.

Firmeninhaber Ralf Müller in seinem Element
Orgel in der Klosterkirche St. Katharina in Rietberg
Heinz-Hermann Grube an der vor kurzem restaurierten Orgel in der Klosterkirche St. Katharina in Rietberg

2015 Borgentreich

2015: Das berühmte Orgelmuseum in Borgentreich

Die Stadt Borgentreich liegt in der Warburger Börde zwischen Eggegebirge und Weser und ist bekannt für ihr großes Orgelmuseum. Nicht umsonst spricht man gerne von der “Orgelstadt”.

Orgelmuseum in Borgentreich

Das Orgelmuseum in Borgentreich war das Ziel der Freunde des Orgelbauvereins Lübbecke beim Ausflug im Jahr 2015.

Fragen, wie zum Beispiel eine Pfeifenorgel aufgebaut ist, wie sie hergestellt wird und wie einzelne Pfeifen eigentlich funktionieren, wurden dort sehr unterhaltsam und selbst für Laien sehr verständlich anhand von Modellen, Pfeifen und Werkzeugen beantwortet. Insgesamt war die Führung hochinteressant und brachte viele neue Einblicke in den Bau von Orgeln.

Zum Abschluss wurde uns die Orgel der Pfarrkirche St. Johann Baptist gezeigt. Sie ist die größte Barockorgel Westfalens und hat einen umfangreichen historischen Pfeifenbestand. Mit ihren sechs doppelten Springladen ist sie die weltweit größte erhaltene doppelte Springladenorgel.

Die größte Barockorgel Westfalens in der Pfarrkirche St. Johann Baptist
Ein tolles Klangerlebnis an dieser Orgel